Am 21. März besichtigten die Geschichtskurse der Q4 die Gedenkstätte Breitenau, wo die Nationalsozialisten 1933 eines der ersten Konzentrationslager errichtet hatten, um politische Gegner zu internieren und ihren Widerstandswillen zu brechen.
Dementsprechend hatten im Vorfeld einzelne Schülerinnen und Schüler die Sorge geäußert, die Konfrontation mit der Vergangenheit könnte belastend werden. Diese Befürchtungen relativierten sich aber vor Ort, wo die vier Kurse jeweils eine individuelle Führung durch die Anlage bekamen und viele Hintergrundinformationen erhielten.
Zu Beginn erfolgte durch das pädagogische Personal der Gedenkstätte eine kurze Einführung in die Geschichte des Ortes, der auf eine Klostergründung zurückgeht, nach der Reformation als Regierungssitz diente und dessen Gebäude im 19. Jahrhundert als eine Korrektionsanstalt für Bettler, Vagabunden und „liederliche Dirnen“ genutzt wurde.

Rundgang über das historische Gelände
Danach wurden die Kurse über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Breitenau und des Arbeitserziehungslagers geführt. Dabei wurde auch der Haftteil der ehemaligen Klosterkirche besichtigt; als beklemmend wurden hier von den Schülerinnen und Schülern vor allem die Duschen für die Häftlinge und die Zellen empfunden, in deren Wände die Inhaftierten einzelne Wörter eingeritzt haben.

Aktenarbeit
Im dritten Teil wurden den Schülerinnen und Schülern dann Reproduktionen von Häftlingsakten aus der Zeit des Arbeitserziehungslagers vorgelegt, die sie in Kleingruppen auswerteten. Dabei wurde vor allem das Ausmaß der Willkür und der Rechtlosigkeit deutlich, dem die Inhaftierten unterworfen waren und das zum Teil zu grausamen Einzelschicksalen geführt hat.
Dementsprechend zeigten sich die Schülerinnen und Schüler bei ihren Rückmeldungen betroffen, betonten aber auch, dass die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistische Gewaltherrschaft gerade in diesen Tagen sehr wichtig sei.
